INDU-ELECTRIC - Stromverteiler-Systeme und Kabel nach Maß.
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Gebrauchsinformationen Stromverteiler

Anwendungsbereich für INDU-ELECTRIC Stromverteiler

Mobile Stromverteiler von INDU-ELECTRIC sind speziell für den Einsatz auf Baustellen der Bühnen-, TV-, Film- und Veranstaltungstechnik konzipiert worden.

Sie bieten eine extrem hohe Funktionssicherheit, selbst bei ungünstigen Einsatzbedingungen wie großer Hitze, starkem Regen und bei Volllast über viele Stunden.

Als Werkstoff für die Gehäuse wird THERMOLENE® verwendet. THERMOLENE® Gehäuse entsprechen der höchsten normativen Schutzart IK 10 gemäß EN 62262 (Schlagenergie von 5 KG aus 400mm Höhe). Der geringe Wärmedurchgangswiderstand von THERMOLENE® sorgt für eine optimale Wärmeabfuhr. Deshalb sind Wärmeprobleme, auch bei langer Volllast, nicht zu befürchten (siehe Kapitel Umgebungstemperaturen). Bedingt durch die hervorragende Wärmeabfuhr von THERMOLENE® kann die Oberfläche der Stromverteiler bei einem Dauereinsatz unter Umständen über 40°C warm werden. Eine Beeinträchtigung der Funktionssicherheit ist dadurch nicht gegeben.

Extrem robuste Zugentlastungen verhindern das Herausreißen der Zuleitungen, auch bei starkem Zug. Solide Griffe können nicht abbrechen oder herausreißen. Die Griffe sind teilweise auch im Gehäuse integriert.

Die Planung und Fertigung erfolgt gemäß den Schutzzielvorgaben der Niederspannungsrichtlinie. Als normative Grundlagen werden die folgenden Normen herangezogen:

DIN EN 61439-1

DIN EN 61439-4

Weitere Grundlagen sind die Vorgaben der Berufsgenossenschaft:

DGUV-V3 Elektrische Anlagen und Betriebsmittel

BGI /GUV l-600 Auswahl und Betrieb ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel nach Einsatzbereichen

Prüfung vor jedem Einsatz

Vor der jeweiligen Inbetriebnahme ist eine Sichtprüfung durchzuführen.

Vorhandene RCD und RCBO sind durch Betätigen der Testtaste vor jedem Einsatz oder Verleih auf ihre Funktion zu überprüfen. Löst dabei der RCD oder RCBO nicht aus, ist dieser nicht einsatzbereit und muss unverzüglich ausgewechselt oder von einer Elektrofachkraft überprüft werden.

Bei der Sichtprüfung ist ebenfalls auf Beschädigungen der Schutzabdeckungen von SCPD, RCD’s, RCBO’s, der Steckvorrichtungen, der Anschlussleitung inkl. Knickschutztülle und des Gehäuses zu achten.

Bitte ersetzen Sie in Ihrem eigenen Interesse defekte Bauteile sofort. Fehlende Deckel an den Steckdosen können zur Korrosion der Kontakte führen. Korrosion und Verschmutzung der Kontakte können zu einer beträchtlichen Erhöhung des Übergangswiderstands führen. Als Konsequenz daraus können die Kontakte sehr heiß werden und letztendlich zum Zusammenschmelzen der Steckdosen- und Steckereinsätze führen.

Defekte Bauteile sind gemäß der Norm DIN-EN 61439-1 (Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen, Allgemeine Festlegungen) durch identische Bauteile zu ersetzen. Reparaturarbeiten sind ausschließlich durch eine Elektrofachkraft oder unter Aufsicht und Anleitung einer Elektrofachkraft durchzuführen. Entsprechend der berufsgenossenschaftlichen Vorschrift DGUV-V3 ist jeder Stromverteiler nach erfolgter Reparatur und vor jedem Verleih auf seine elektrische Sicherheit zu überprüfen.

Werden die Stromverteiler längere Zeit gelagert, sind vor Inbetriebnahme die Auslösezeiten der RCD sowie der RCBO mit einem geeigneten Prüfgerät auf Funktion und Einhaltung der Abschaltzeiten zu überprüfen (geeignete Messgerät finden Sie z. B. im Internet unter www.fluke.calplus.de).

Wiederholungs-Prüfung

Prüfungen sind in bestimmten Zeitabständen, mindestens jedoch alle 6 Monate, durchzuführen. Die Prüffristen sind so zu bemessen, dass entstehende Mängel, mit denen gerechnet werden muss, rechtzeitig festgestellt werden.

Bitte beachten Sie dazu die technischen Regeln für Betriebssicherheit TRBS 1201 und die DIN VDE 0701-0702 2008-06 (Wiederholungsprüfung elektrischer Geräte).

Bei ständigen Transporten mit lang anhaltenden Vibrationen sollten die Schraubverbindungen alle 3 Monate überprüft werden. Die Wiederholungs-Prüfungen müssen von einer Elektrofachkraft durchgeführt werden.

Bitte beachten Sie hierzu auch die Informationen der Berufsgenossenschaft DGUV 203-049, DGUV 203-070, DGUV 203-071

Umgebungstemperatur – thermische Belastung – Belastungsfaktor

Die Stromverteiler sind für Dauerlast bei einer Umgebungstemperatur von 30°C ausgelegt. Dabei kann die Innentemperatur der Stromverteiler je nach Bauart, Schutzgrad und Bestückung beträchtlich erhöht sein.

Eine Außentemperatur von 30°C ergibt, bedingt durch die Innentemperatur der Stromverteiler, einen durchschnittlichen Belastungsfaktor von 0,75 pro Stromkreis.

Für die einzelnen Steckdosenkreise ergeben sich bei thermisch ungünstigen Einsatzbedingungen (Umgebungstemperatur ≥ 35°C, MCB/RCD aneinander gereiht sowie mit geschlossener Schutzklappe über den Absicherungen) folgende Bemessungsströme:

BEMESSUNGSSTRÖME
Nennstrom Auslösestrom der SCPD
16A 10,80 A
32A 21,60 A
63A 42,50 A
125A 84,37 A

Der Umgebungstemperaturgrenzwert unserer Stromverteiler beträgt 45°C. Der Bemessungsbelastungsfaktor dabei ist 0,60.

Bitte kontaktieren Sie uns, wenn Ihr Stromverteiler bei höheren Temperaturen eingesetzt werden soll.

Aufstellungsort – Wetterbeständigkeit

Bitte beachten Sie die jeweilige Schutzart auf dem Typenschild. Alle Stromverteiler mit einer Schutzart kleiner als IP 44 dürfen nur in trockener Umgebung  verwendet werden. Stromverteiler sollten nicht mit der Steckdosenseite nach oben aufgestellt werden.

Falls das Typenschild keine Schutzart kleiner als IP 44 anzeigt, können INDU-ELECTRIC Stromverteiler im Freien verwendet werden. Zu beachten ist, dass die Stromverteiler nicht in Wasserpfützen, die tiefer als 20mm sind, stehen dürfen – es  sei denn, diese sind bauseitig für eine größere Eintauchtiefe vorgesehen.

Damit sich der Innenraum nicht durch hohe Sonneneinstrahlung zusätzlich aufheizt, sollten die Stromverteiler möglichst im Schatten aufgestellt werden. Bitte stellen Sie die Stromverteiler mit der Sicherungsseite nicht direkt an die Wand. Das beeinträchtigt die Wärmeabfuhr der eingebauten Kurzschlussschutzeinrichtungen (SCPD).

Der Einbau unserer Stromverteiler in ein Flightcase bedeutet keine Einschränkung des Aufstellorts. Beachten Sie jedoch, dass das Flightcase aus Holz besteht und in der Feuchtigkeit aufquellen könnte.

Unsere Stromverteiler sind für den Verschmutzungsgrad 3 (industrielle Umgebung) sowie für eine EMV Umgebung B (öffentliche Niederspannungsnetze) konzipiert.

Isolationstest

Der Isolationswiderstand muss zwischen den aktiven Leitern und dem mit der Erde verbundenem Schutzleiter gemessen werden.

Sind in den Stromverteilern elektronische Betriebsmittel wie z.B. Phasenanzeigen, 5-fach LED-Anzeige, Messgeräte oder elektronische RCBOs verbaut, so könnten diese bei Messspannungen von >500V beschädigt werden oder den Messwert verfälschen. Sie müssen deshalb abgeklemmt, oder die ggf. vorgeschalteten Feinsicherungen herausgenommen werden.

Gemäß VDE 100 Teil 600  (Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 6: Prüfungen IEC 60364-6:2016 Abschnitt 61.3.3) dürfen die aktiven Leiter miteinander elektrisch verbunden sein und dann gegen PE geprüft werden. In diesem Fall müssen die elektronischen Betriebsmittel nicht abgeklemmt werden.

Die Messung des Isolationswiderstandes hat für den gesamten Stromkreis nur dann Aussagekraft, wenn alle im Stromkreis befindlichen Schalter geschlossen sind.

Überspannung

Transiente Überspannungen könnten der Grund für den Defekt elektronischer Bauteile wie z.B. Messgeräte, elektronische RCD sein:

Ursachen für transiente Überspannungen können sein:

  • Elektrostatische Entladung (mehr Information: http://de.wikipedia.org/wiki/Elektrostatische_Entladung )
  • Abschalten von Verbrauchern und Blitzen in der Nachbarschaft
  • Schalthandlungen im Stromnetz (Surge, Impuls-Anstiegszeiten einige µs, Impulsdauer mehrere 10 µs)

Standardmäßig verfügen unsere Stromverteiler über keinen Schutz gegen transiente Überspannungen. Sollten Defekte an eventuell eingebauten Messgeräten hervorgerufen durch transiente Überspannungen öfter eintreten, oder sollen die Steckdosenkreise nachträglich gegen transiente Überströme geschützt werden, können die meisten INDU-ELECTRIC Stromverteiler mit Überstrom-Ableitern der Klasse 2 nachgerüstet werden. Im Einbaufall sind die Varistoren der Überstrom-Ableiter regelmäßig zu überprüfen.

Kurzschlussfestigkeit

Bei einer Einspeisung des Hauptverteilers durch Niederspannungstransformatoren und gleichzeitig sehr kurzen Verbindungen können  unter Umständen sehr hohe Kurzschlussströme fließen, welche die Strombegrenzung der Hauptsicherung übersteigen. Der Kurzschlussstrom müsste dann exakt mit den jeweiligen Betriebsbedingungen berechnet werden. Die standardmäßige Kurzschlussfestigkeit der INDU-ELECTRIC Stromverteiler beträgt:

KURZSCHLUSSFESTIGKEIT
16 – 125A 6 – 10kA
160 A 16kA
250 – 400A 20kA

Transport und Lagerung

Zum Transport und zur Lagerung können die Stromverteiler grundsätzlich übereinander gestapelt werden. Hierbei ist zu beachten, dass weder die Schutzabdeckungen der eingebauten elektrischen Schutzeinrichtungen, noch die Abdeckungen der eingebauten Schutzkontakt- bzw. CEE-Steckdosen oder vorhandene Steckdosen für Steuereinrichtungen beschädigt werden. Sollen die Stromverteiler z. B. auf einer Palette festgezurrt werden, ist darauf  zu achten, dass die Zugbänder unmittelbar über den Griffseiten und keinesfalls in der Mitte der Stromverteiler verzurrt werden.

Die jeweilige Anschlussleitung ist beim Transport so zu lagern, dass die Leitung inklusive der Knickschutztülle nicht geknickt oder gequetscht wird. Auch der Anschlussstecker ist so zu lagern, dass Beschädigungen ausgeschlossen werden.

Anschluss-Verlängerungsleitungen

Um eine thermische Überlastung der Steckdosen zu vermeiden, muss der Querschnitt der Leitungen die durch die Stromverteiler mit Strom versorgt werden, den Forderungen der VDE Bestimmungen 0298-4 entsprechen (Verwendung von Kabeln und isolierten Leitungen für Starkstromanlagen, Teil 4: Empfohlene Werte für die Strombelastbarkeit von Kabeln und Leitungen für feste Verlegung in und an Gebäuden und von flexiblen Leitungen).

Bei größeren Längen und besonderen Umgebungsbedingungen beachten Sie bitte, dass sich durch den Leitungswiderstand die Abschaltzeiten der SCPD ungünstig verändern können, sodass die in den Normen geforderten Werte nicht eingehalten werden können.  Bitte beachten Sie die entsprechenden Tabellen in der VDE 0100  Teil 410. Die in dieser Norm angegebenen Grenzlängen, resultierend aus den Abschaltzeiten, brauchen nicht beachtet werden, wenn der Fehlerschutz durch eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCB-RCBO)  sicher gestellt wird (siehe ebenfalls VDE 0100 Teil 410).

Fehlerstromschutz

Alle Steckdosen des Stromverteilers ≤ 32A müssen mit RCD mit einem  Auslösestrom von max. 30mA geschützt werden. Vor jedem Einsatz muss bei allen RCD die Testtaste betätigt werden.

RCBO – für einphasige Verbraucher 230V

Als Fehlerstromschutz setzen wir für einphasige Stromkreise auch RCBOs mit elektronischem Auslöser ein. Die elektronischen RCBOs tragen das SEMKO-Prüfzeichen inkl. Fertigungsüberwachung. Elektronische RCBOs sind wesentlich unempfindlicher gegen Vibrationen und Stöße während des Betriebs. Allerdings funktionieren elektronische RCBOs nicht im Falle eines eingangsseitig fehlenden bzw. ausgefallenen Neutralleiters. Nach unserer Auffassung ist eine hohe Betriebssicherheit bei mechanischen Belastungen u.a. für die Veranstaltungs- und Filmindustrie sinnvoller, als die Vorbeugung gegen den mit äußerst geringer Wahrscheinlichkeit eintretenden Fall eines fehlenden Neutralleiters.

Bitte betätigen Sie vor jedem Einsatz die Testtaste der RCBOs. Löst der RCBO nicht aus, ist dieser nicht einsatzbereit und muss unverzüglich ausgewechselt oder von einer Elektrofachkraft überprüft werden.

Sollte die Gefahrenanalyse bei dem von Ihnen vorgesehenen Einsätzen ergeben, dass in Ihrem Fall die fehlende Funktion bei fehlendem/ausgefallenem Neutralleiter vorrangig vor der mechanischen Belastungsfähigkeit ist, kontaktieren Sie uns.

Garantiebedingungen

Die mobilen Stromverteiler werden unter Einhaltung der geltenden Richtlinien, Normen und Bestimmungen hergestellt.

Im Rahmen der Endkontrollen werden an allen Stromverteilern die vorgeschriebenen Prüfungen durchgeführt und anhand eines Prüfprotokolls dokumentiert. Somit gilt eine gleichbleibende Qualität als gesichert.

Sollte ein geliefertes Produkt defekt oder in einem nicht ordnungsgemäßen Zustand geliefert werden, wird es im Rahmen der geltenden gesetzlichen Garantiebestimmungen kostenlos nachgebessert bzw. ausgetauscht. Etwaige Mängel müssen unverzüglich, spätestens am 3. Tag nach der Anlieferung gemeldet werden.

Garantie wird nur bei bestimmungsgemäßer Verwendung im definierten Einsatzbereich und bei den spezifizierten Einsatzbedingungen geleistet.